http://www.heavy-metal.de
8.5/10 Points
Ich bin immer wieder überrascht, wie viele starke Bands der kleinen Schweiz entspringen. Auch APPEARANCE OF NOTHING, die an der Schnittstelle zwischen Progressive Rock und Progressive Metal agieren, gehören eindeutig dazu.
Normalerweise stehe ich dem Progressive-Bereich etwas kritisch gegenüber, da ich frickelige Kompositionen und anstrengende Gitarren-Arrangements nicht so gerne habe. Doch AON gehen auf ihrem Album "Wasted Time" viel beherzter zu Werke und verschwenden, entgegen dem CD-Titel, nicht des Hörers Zeit.
Die Stücke überzeugen durch ihre Stimmungen. Einzelnen Abschnitten wird oft die Möglichkeit gelassen, sich zu entwickeln, bevor ein Break angesetzt wird. Harte Passagen sind ebenso vertreten wie atmosphärische Abschnitte. Die dennoch manchmal ausgedehnten Instrumentalphasen sind sehr intelligent und
|
abwechslungsreich arrangiert. Sämtliche Instrumentalisten können sich auszeichnen. Teilweise bekommt das Album einen symphonischen Charakter mit, was sehr gut zu den Kompositionen passt. Auch der Gesang, den sich Patrick Gerber und Omar Cuna teilen, ist klar und ausdrucksstark, aber in mittlerer Stimmlage dennoch unaufdringlich.
Von den Songs überragt der fast 15-minütige ultra-Long-Track "The Science Of Light", dem ich trotzdem noch einige Zeit länger hätte lauschen können. Was hier an griffigen und stimmigen Arrangements abgeliefert wird, ist starkes Songwriting. APPEARANCE OF NOTHING zelebrieren wirklich vielfältige und betörende Rockmusik.
"Wasted Time" bekommt von mir 8,5 von 10 Punkten, da es mich fast restlos überzeugt hat. APPEARANCE OF NOTHING erscheinen, an ihren Namen angelehnt, wie aus dem Nichts auf der großen Bühne des Musik-Businesses.
|